In drei Schritten zum richtigen Fahrradhelm

Berlin, 3. Mai 2016: Sportmodelle, Hartschale oder doch ein Faltmodel? Die Auswahl für Fahrradhelme ist groß, aber gerade für Einsteiger auch bisweilen unübersichtlich. Die Deutsche Verkehrswacht zeigt im Rahmen der vom Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur geförderten Initiative „Ich trag‘ Helm“ (www.ich‐trag‐helm.de), wie jeder Fahrradfahrer das passende Modell findet.

Helme machen das Radfahren sicherer. Aber noch immer hält sich das Vorurteil, Fahrradhelme seien schwer und unhandlich. Wer den Kopf schützen möchte, kann mittlerweile unter vielen Formen und Designs auswählen. „Helme können Leben retten. Es lohnt sich, langjährige Bedenken zum Helmtragen zu überprüfen“, betont Prof. Kurt Bodewig, Präsident der Deutschen Verkehrswacht e.V. und Bundesminister a.D.

Jetzt das richtige Modell finden

Der Handel bietet mittlerweile eine Vielzahl leichter, sportlicher Modelle. Die beste Schutzwirkung liefert nicht automatisch der teuerste Helm, sondern das Modell, das am besten passt. Technischer Standard sind „In‐Mold“‐Helme: Der dämpfende Hartschaum wird bei der Produktion direkt in die äußere Hartschale gespritzt. Achtung: Nur Helme mit CE‐Zeichen zeigen, dass der Helm allen EU‐Sicherheitsrichtlinien entspricht.

  • Mikroschale: Beliebt sind Mikroschalenhelme: Sie bestehen aus einem festen Schaumstoffkern und einer glatten Folie, die nach aktuellen Trends lackiert wird. Die Modelle sind leicht und entsprechen allen geltenden Sicherheitsstandards.
  • Sportmodelle: Ein Blickfang sind Lifestyle‐Modelle, die sich an der Skater‐ und Snowboard‐Mode orientieren. Wem die sportlichen Modelle mit den Luftlöchern nicht gefallen, der kann für kurze Stadtstrecken auch zu geschlossenen Helmen greifen.
  • Faltbare Modelle: Diese lassen sich ideal in der Tasche verstauen.

Schritt 1 – Auswahl: Damit der Helm später den Kopf seines Trägers und nicht die Garderobe im Flur schützt, muss er optisch ansprechen. Wofür wird der Helm überwiegend genutzt? Ist der Fahrer sportlich unterwegs oder braucht er ein Modell für lange Radtouren? Sind drei bis vier Modelle in die nähere Wahl gekommen, geht es an die Passform.

Schritt 2 – Passform: Beim Helmkauf gilt: Die Haube muss gut sitzen. Sonst kann der Helm seine Schutzwirkung nicht entfalten. Bei der Anprobe wird das Modell gerade auf den Kopf gesetzt, die Stirn muss dabei bedeckt sein. Der Helm sollte nicht zu eng sitzen, sich auf dem Kopf aber auch nicht verdrehen lassen. Für Kinder sollte auf keinen Fall ein Modell gewählt werden, in das sie erst „hineinwachsen“ müssen. Anpassungssysteme und Wechsel‐Polster dienen der Feineinstellung.

Schritt 3 – Finetuning: Die meisten Helme lassen sich leicht an den Kopfumfang anpassen ‐ entweder mit einem Drehrad oder wie bei Skater‐Helmen mit unterschiedlich dicken Polstern. Die Riemen des Helms sollten möglichst weich und breit sein und sich dabei gut verstellen lassen. Der Verschluss sollte sich möglichst leicht öffnen und schließen lassen, und darf nicht die Haut am Kinn einklemmen. Ein geringes Gewicht und eine gute Belüftung sind ein weiteres Plus.

Wichtig ist: Nach einem Sturz sollte der Helm sofort ausgetauscht werden, selbst wenn er keine sichtbare Beschädigung aufweist. Wer auf Nummer sicher geht, tauscht sein Helm nach fünf Jahren gegen einen neuen Kopfschutz aus. Denn durch die UV‐Strahlung verliert der Helm mit der Zeit seine Schutzwirkung.

Gute Gründe fürs Helmtragen liegen auf der Hand: Obwohl nur wenige Zentimeter dick, schützt ein Helm als Knautschzone und verringert die Aufprallkräfte, die bei einem Sturz auf den Kopf einwirken. So können Radfahrer mit Helm das Risiko von Kopfverletzungen deutlich reduzieren, wie Untersuchungen des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft zeigen.