„Senioren beim Fahrradfahren besonders gefährdet“

Berlin, 15. Januar 2016: Zu Beginn des Jahres wurde die „Ich trag‘ Helm“ Webseite grundlegend erneuert und erstrahlt nun im neuen Glanz. Mit einer klaren Botschaft und umfassenden Informationen wird sowohl der Fahrradfahrer als auch der Fachjournalist angsprochen und von den Vorzügen des Helmtragens überzeugt. Der Präsident der Deutschen Verkehrswacht e.V. und Bundesminister a.D., Prof. Kurt Bodewig, erläutert die Hintergründe der seit 2011 laufenden Aktion.

Was hat Ihren Verband zu der Aktion „Ich trag‘ Helm“ bewogen? 

Radfahren wird immer beliebter – die Fahrrad-Branche meldet steigende Umsätze, der Radverkehr wächst. Radfahren ist heute nicht nur eine beliebte Freizeitbeschäftigung. Immer mehr Menschen radeln auch zur Arbeit, zum Einkaufen oder zum Arzt. Aber genau dort lauern auch die Gefahren und bei einem Sturz vom Fahrrad sollte sich jeder bestmöglich schützen.

Wie kann ein Fahrradhelm schützen? 

Wenn der Kopf bei einem Fahrradunfall ungeschützt aufprallt, wirken wuchtige Kräfte auf Schädel und Gehirn. Das Gehirn stößt an die Schädeldecke, es kommt zu einer Blutung. Wenn dann das Gewebe anschwillt, können Blutgefäße gequetscht werden. Was das für den Betroffenen gesundheitlich bedeutet, kann vorher niemand sagen. Je nach Schwere des Sturzes kann der Radfahrer mit einer leichten Gehirnerschütterung davonkommen oder nach dem Unfall im Wachkoma liegen.

Wie wirkt der Helm bei einem Sturz? 

Ein Helm verstärkt die Schädeldecke und stellt sozusagen die Knautschzone zwischen Kopf und Straße dar. Er wirkt wie ein Stoßdämpfer, der die enorme Aufprallenergie abfängt. Daher wird der Helm beim Aufprall zusammengestaucht. Oft sind es nur feine Haarrisse, die der Helm abbekommt, und die mit dem bloßen Auge gar nicht sichtbar sind. Manchmal sind die Bruchstellen klar sichtbar – aber besser der Helm ist verwüstet, als der Kopf!

Wer ist besonders gefährdet?  

Besonders gefährdet sind Senioren und dafür gibt es mehrere Gründe: Im Alter lassen Beweglichkeit, Reaktionsfähigkeit und Kraft nach. Das wiegen viele ältere Menschen zwar mit Erfahrung und Können auf. Doch wenn es zu einem Unfall kommt, ist ihr Risiko einer langen Krankheitsphase und auch ihr Risiko zu sterben höher, weil die Widerstands- und Regenerationskraft ihres Körpers nachlässt.

Sollte man eine Helmpflicht für Senioren einführen? 

Grundsätzlich raten wir allen Radfahrern, gleich welchen Alters, einen Helm zu tragen. Eine Helmpflicht für eine spezielle Altersgruppe wollen wir nicht. Wir meinen, dass Vernunft und Verstand genügen sollten – alle guten Argumente sprechen für den Helm! Darum fördern wir das freiwillige Tragen von Fahrradhelmen.

Weitere Informationen zur Aktion finden Sie unter www.ich-trag-helm.de

Informationen zur DVW:
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Die Deutsche Verkehrswacht gehört zu den ältesten und größten Bürgerinitiativen Deutschlands. Seit ihrer Gründung 1924 arbeitet sie für mehr Sicherheit und weniger Unfälle auf unseren Straßen – heute mit mehr als 60.000 ehrenamtlich Engagierten. Sie informieren, beraten und trainieren mit Verkehrsteilnehmern jeden Alters sicheres Verhalten im Straßenverkehr. Die Zielgruppenprogramme der DVW erreichen rund 2,5 Millionen Menschen pro Jahr. Die DVW finanziert ihre Aktionen und Programme mit Unterstützung des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur sowie durch Mitgliedsbeiträge und Sponsoring.