„Radmesser“ Berlin: Wer Helm trägt, wird mit mehr Abstand überholt

Laut einer Erhebung der Zeitung „Tagesspiegel“ aus Berlin werden Radfahrer, die einen Helm tragen mit einem größeren seitlichen Abstand überholt. Ob dieser ausreichend ist, wurde  nicht weiter erläutert. Die Erhebung, die sich „Radmesser“ nennt, ist mit 100 Radfahrenden in Berlin durchgeführt worden. Diese bekamen einen Sensor an ihren Rahmen montiert, der die Abstände zwischen dem Rad und der seitlichen Umgebung misst, also Objekte, Fahrzeuge, Personen. So konnte unter anderem erfasst werden, wie weit sich Radfahrende zu parkenden Autos befinden oder mit welchem Abstand sie von Kraftfahrzeugen überholt werden. Besonders der zu geringe Überholabstand lag dabei im Fokus, da er eine große Gefährdung für Radler darstellt.

Die Ergebnisse der Erhebung sind beunruhigend. Mehr als die Hälfte der Radfahrenden werden mit einem zu geringen Abstand von unter 1,5 Metern überholt, viele von ihnen sogar mit riskanten Abständen von unter einem halben Meter.
Weitere Kriterien waren zum Beispiel das Alter, die Tageszeit, der Bezirk und die Ausstattung der Radler. Das Alter hatte bei der Untersuchung keinen merklichen Effekt auf den Überholabstand, genauso wenig wie das Tragen einer Warnweste. Dagegen sind die Tageszeit und der Bezirk, in dem sich die Radfahrenden aufhielten wichtige ausschlaggebend. Auch die Geschwindigkeit ist entscheidend. Wer schneller unterwegs ist, wird seltener und mit mehr Abstand überholt.

Hier die ganze Auswertung