UDV-Studie zur Wirksamkeit des Fahrradhelmes

Die Unfallforschung der Versicherer (UDV) analysierte im Zeitraum von 2011 bis 2014 das reale Unfallgeschehen. Hierzu wurden Patienten der Kliniken in Münster und München einbezogen, die aufgrund eines Fahrradunfalls behandelt werden mussten. Die Verletzungen wurden vom Klinikpersonal entsprechend der vereinfachten Verletzungsskale (AIS 2008) aufgenommen. Die Patienten füllten zudem einen Fragebogen zum Unfallhergang aus. Die bei den Unfällen getöteten Fahrradfahrer wurden in der Rechtsmedizin der Ludwig-Maximilians-Universität München untersucht. Die Rekonstruktion des Unfallherganges wurde durch Informationen der Polizei und Rettungskräfte ergänzt.

Kopfverletzungen häufig Todesursache bei Fahrradunfällen

Fahrradfahrer ab dem mittleren Alter haben ein erhöhtes Risiko für Kopfverletzungen. Ältere Fahrradfahrer erlitten überproportional häufig schwere Kopfverletzungen (AIS 3+). Hauptursache für Kopfverletzungen sind Alleinunfälle. Mit zunehmender Geschwindigkeit steigt dieses Risiko. Bei Beteiligung eines KFZ erhöht sich das Risiko für schwere Kopfverletzungen massiv. Meist erfolgt der Kopfanprall im Stirn- und Stirn-Schläfen-Bereich. Werden Fahrradfahrer bei Unfällen getötet, ist der Kopf in 96% der Fälle betroffen und in 50% der Fälle ist ein Schädelhirntrauma sogar die Todesursache.

Sehr gute Schutzwirkung bei Alleinunfällen mit dem Fahrrad

Fazit der Studie: Fahrradhelme schützen sehr gut gegen Kopfverletzungen bei Alleinunfällen. Bei Beteiligung von Kraftfahrzeugen, insbesondere im höheren Geschwindigkeitsbereich, hat die Schutzwirkung des Fahrradhelms seine Grenzen, da die zu absorbierende Energie schlicht zu hoch ist.

Studie:
Bauer, K., Dr. Schick, S., A., Wagner u.a. (2015): Untersuchungen zur Schutzwirkung des Fahrradhelms (Forschungsbericht Nr. 32). Berlin. Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft e.V., Unfallforschung der Versicherer.

Video: Unfallforschung der Versicherer